Wenn das mal kein Event der Superlative war. Nicht nur die Anzahl der Windsurfer und Besucher vor Ort auf der Nordseeinsel Sylt waren rekordverdächtig. Auch die Ergebnisse der Wettkämpfe waren aus Deutscher Sicht ziemlich rosig. Beim wohl spannendsten Wettbewerbe im Windsurfen am Brandenburger Strand, Klaas Voget ging 11mal auf die stürmische Nordsee und konnte 11 Double-Eliminations für sich gewinnen, wobei er auch den dreifachen Ex-Wave Weltmeister Kauli Seadi zurück an den Strand schickte. Nach fast drei Stunden lies die Kraft des Hamburgers nach und der Spanier Alex Mussolini gewann den letzten Wettkampf. Klaas Voget hat somit den zweiten Platz auf Sylt belegt und ist somit der vierte in der Wave-Weltrangliste.
Beim Freestyle teilten sich Andre Paskowski (Hamburg) und Normen Günzlein (Heiligenhafen) den neunten Platz. Während der Weltranglistensechsten Paskowski nicht ganz zufrieden war, freute sich Günzlein nach seiner furiosen Aufholjagd. Elton “Taty” Frans aus Bonaire gewann das Finale auf Westerland gegen seinen Landsmann Kiri Thode. Jose “Gollito” Estredo aus Venezuela fuhr mit dem vierten Platz seinen dritten WM-Titel ein.
Im Slalom dominierte wie schon während der gesamten Saison der Franzose Antoine Albeau. Der alte und neue Weltmeister siegte vor Björn Dunkerbeck, der im Verlauf der Rennen immer besser in Schwung kam, aber seinen elften Syltsieg auf das nächste Jahr verschieben muss. Ein wenig Pech hatte Bernd Flessner. Zweimal schrammte der Mann von Norderney nur knapp am Einzug in die Finalläufe vorbei, war als Zwanzigster aber bester Deutscher.
Den Schusspunkt unter die zehn World-Cup-Tage auf Westerland setzten am Sonntag zwei Surf-Legenden. Bei sechs Meter hohen Wellen und Sturm in Orkanstärke gingen Robby Naish und Björn Dunkerbeck, 86 Jahre geballte Windsurf-Erfahrung und insgesamt 60 Weltmeistertitel, in die aufgewühlte Nordsee und boten den Zuschauern eine unglaubliche Supersession. “Das sind die härtesten Bedingungen, die ich je erlebt habe”, sagte Robby Naish, bevor er sich in die schäumenden Fluten stürzte und zusammen mit seinem jahrelangen Konkurrenten Björn Dunkerbeck den Naturgewalten trotzte.
Trotz der überwiegend stürmischen Bedingungen kamen die Besucher zu Tausenden an den Brandenburger Strand, bejubelten die großartigen Wettkämpfe der besten Windsurfer der Welt und feierten abends Party bis in den frühen Morgen. Wie im vergangenen Jahr konnte die Besuchermarke von 200.000 geknackt werden. Der Colgate World Cup Sylt wird im nächsten Jahr vom 24. September bis zum 3. Oktober auf Westerland ausgetragen.
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