Lorient

Mit der Hafenstadt Lorient erreicht man das Land der wohlklingenden Namen. Die Stadt liegt in der Bretagne, im Departement Morbihan am Ufer des Flusses Blavet und an der Einmündung des Nebenflusses Scorff. Der Ortsname stammt von L´Orient (der Orient), wo sich vor langer Zeit der Heimathafen der französischen Ostindien-Kompanie befand. Von dort aus wurden die Handels-beziehungen der Kaufleute und Anbieter von Waren in ganz Europa gesteuert: Schiffe aus Indien, China und dem Orient landeten hier an und brachten Seide, Gold und kostbare Gewürze in Umlauf.

Napoleon ist es zu verdanken, dass Lorient zum Kriegshafen wurde. Im Juni 1940 besetzte die deutsche Wehrmacht die Hafenanlagen, und auch später hatte der nordfranzösische Ort unter den Folgen des Zweiten Weltkriegs zu leiden. Durch alliierte Luftangriffe wurde beinahe die ganze Stadt zerstört und musste später wieder aufgebaut werden. Der Hafen selbst ist heute neben Boulogne-sur-Mer der größte Fischereihafen in Frankreich.

Die Windverhältnisse vor der Bretagne gelten als optimal. Während Segler im Mittelmeer oft mit zu viel oder zu wenig Wind kämpfen müssen, bietet die bretonische Küste beinahe jeden Tag Segel-garantie. Dabei sind 3 verschiedene Reviere auszumachen: Südbretagne, Westbretagne (Mer d´Iroise) und die Nordbretagne mit dem Ärmelkanal.

Das Navigieren an der Nordküste der Bretagne ist sehr anspruchsvoll, weil Tidenhub und Strömung meistens stark sind. Etwa alle 6 Stunden ändert sich die Strömungsrichtung des Atlantischen Ozeans. Entsprechend gibt es hier auch weniger Yachthäfen als in der Südbretagne. Wer einen Segeltörn ab Brest Richtung der englischen Kanalinseln unternehmen möchte, sollte etwa 10 Tage und gute Navigationskenntnisse einplanen.

Zeitplan für das Volvo Ocean Race in Lorient: Ankunft der Yachten am 17. Juni 2012 aus Lissabon – anschließend eine rennfreie Woche – 28. Juni Training Day und Kennenlernen des Reviers vor Lorient – Pro-AM Race am 29. Juni mit Skippern, Sponsoren & Journalisten an Bord sowie einer küstennahen Route, die das Publikum mitverfolgen kann – 30. Juni In-Port Race mit einer traditionell hohen Zahl an schwierigen und schnellen Manövern, bei dem man wichtige Tabellenpunkte sammeln kann – Abfahrt zur nächsten Etappe am 1. Juli 2012 Richtung Galway (Irland)